Synology vs. QNAP 2026: Welches NAS passt zu Ihnen?

Synology DS923+, DS1821+ gegen QNAP TS-464: DSM vs QTS, Backup, Sicherheit und Preis im direkten Business-Vergleich.

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Einleitung: Das NAS als Fundament der Unternehmens-IT

Ein Network Attached Storage, kurz NAS, ist für viele kleine und mittlere Unternehmen das Herzstück der internen Infrastruktur. Dokumente, Buchhaltungsbelege, Kundendaten, Fotos und Backups landen zentral auf einem Gerät, das rund um die Uhr verfügbar ist und von allen Mitarbeitern gemeinsam genutzt werden kann. Bei der Wahl des richtigen NAS dominieren zwei Hersteller den Markt: Synology und QNAP. Beide bieten seit Jahren zuverlässige Geräte mit eigenen Betriebssystemen, Apps und starkem Support.

Die Frage ist also nicht, ob Sie zu einem der beiden greifen, sondern welches System besser zu Ihrem Anwendungsfall passt. In diesem Artikel vergleichen wir Synology und QNAP im Jahr 2026 in den entscheidenden Disziplinen: Betriebssystem, Hardware-Auswahl, Backup-Strategie, Virtualisierung, Datensicherheit und Preis. Am Ende wissen Sie, welches NAS die richtige Wahl für Ihr Unternehmen ist.

DSM vs. QTS: Zwei unterschiedliche Philosophien

Synology setzt bei der Software auf das DiskStation Manager Betriebssystem, kurz DSM. DSM ist bekannt für seine saubere, intuitive Oberfläche und eine stabile App-Auswahl. Die Philosophie ist klar: lieber wenige Funktionen, die perfekt funktionieren, als viele Features mit Rauheiten. DSM 7.2 bietet moderne Business-Features wie Snapshot Replication, Active Backup for Business und Synology Drive als komplette Alternative zu Dropbox oder OneDrive.

QNAP geht mit QTS einen anderen Weg. Das System ist funktional riesig, bietet mehr Apps als DSM und erlaubt dem Nutzer deutlich mehr Feinjustierung. Virtualisierung, Container, Video-Transcoding, erweiterte Netzwerkkonfiguration, all das ist bei QNAP direkt ab Werk verfügbar. Der Preis dafür: die Oberfläche wirkt stellenweise überladen, und die Sicherheitshistorie war in den letzten Jahren durchwachsen, mit mehreren großen Ransomware-Vorfällen.

Hardware-Lineup im Vergleich

Sowohl Synology als auch QNAP bieten ein breites Produktsortiment, von kleinen 2-Bay-Geräten für den Heimgebrauch bis hin zu Rack-Systemen mit bis zu 24 Festplatten. Für ein typisches KMU ist der Bereich zwischen 4 und 12 Bays interessant. Die folgende Tabelle vergleicht die drei beliebtesten Modelle für Unternehmen.

Modell Bays RAM CPU Preis (leer)
Synology DS923+ 4 4 GB (erw. 32) AMD Ryzen R1600 ca. 649 Euro
Synology DS1821+ 8 4 GB (erw. 32) AMD Ryzen V1500B ca. 1099 Euro
QNAP TS-464 4 4 GB (erw. 16) Intel Celeron N5105 ca. 549 Euro

Synology DS923+: Der Allrounder für kleine Teams

Die Synology DS923+ ist aktuell unsere Empfehlung für Unternehmen mit bis zu 15 Mitarbeitern. Vier Festplatten-Einschübe, ausreichend CPU-Leistung für moderate Virtualisierung und optionale 10-Gigabit-Erweiterung machen sie zu einem langfristig sinnvollen Investment. DSM unterstützt zusätzlich zwei M.2-NVMe-SSDs als Lese- und Schreib-Cache, was die Performance bei häufigen Zugriffen deutlich erhöht.

Besonders überzeugt die integrierte BTRFS-Unterstützung. Dieses Dateisystem erlaubt Snapshots auf Datei-Ebene, die Sie bei Fehlbedienung oder einem Ransomware-Angriff in Sekunden zurückrollen können. Kombiniert mit Synology Drive bekommen Sie eine vollwertige private Cloud, inklusive Versionierung und mobilen Apps für iOS und Android.

Synology DS1821+: Wenn acht Bays gebraucht werden

Für größere Teams oder Unternehmen mit hohem Speicherbedarf empfiehlt sich die Synology DS1821+. Mit acht Bays erreichen Sie bei bestückten 20-Terabyte-Festplatten netto rund 100 Terabyte Speicher nach RAID-6-Abzügen. Die stärkere CPU erlaubt zudem parallele Virtualisierung mehrerer Gastsysteme, zum Beispiel für einen Windows-Server, einen Linux-Container und ein Backup-System in einem einzigen Gerät.

QNAP TS-464: Mehr Leistung fürs Geld

Die QNAP TS-464 ist der direkte Konkurrent zur DS923+ und spielt in der gleichen Gewichtsklasse. Die Intel-CPU mit integrierter Grafikeinheit bietet Vorteile bei Video-Transcoding und Multimedia-Anwendungen, und die Hardware ist generell etwas günstiger als vergleichbare Synology-Modelle. QNAP inkludiert zusätzlich zwei HDMI-Ausgänge, was die TS-464 auch als Multimedia-Server im Foyer eines Unternehmens interessant macht.

Für Unternehmen, die gerne experimentieren und das maximale an Funktionen aus ihrer Hardware herausholen möchten, ist QNAP die richtige Wahl. Virtualization Station, Container Station und die große Auswahl an Drittanbieter-Apps machen aus dem NAS fast einen vollwertigen Miniatur-Server.

BTRFS vs. ZFS: Das Dateisystem entscheidet

Ein oft unterschätzter Unterschied zwischen den beiden Herstellern ist die Wahl des Dateisystems. Synology nutzt standardmäßig BTRFS, das Snapshots, Prüfsummen und Selbstheilung bei Bit-Rot bietet. Für die meisten KMU ist das absolut ausreichend und deutlich sicherer als klassisches ext4. QNAP hingegen setzt in den Business-Modellen zunehmend auf ZFS, das als noch robuster gilt und speziell bei sehr großen Datenmengen mehr Flexibilität bei Snapshots und Replikation bietet.

In der Praxis merken die meisten Anwender keinen Unterschied. Wichtig ist, dass Sie überhaupt ein modernes, self-healing Dateisystem nutzen und regelmäßig Snapshots erstellen. Wer plant, in den nächsten Jahren auf den Multi-Terabyte-Bereich zu wachsen, sollte aber einen Blick auf die ZFS-Fähigkeiten der QNAP-Enterprise-Serie werfen.

Backup: 3-2-1 ist Pflicht

Ein NAS allein ist kein Backup. Beide Hersteller bieten hervorragende Tools, um Daten vom NAS auf externe Medien oder in die Cloud zu replizieren. Synology hat mit Hyper Backup und Active Backup for Business zwei bewährte Lösungen, die komplett kostenlos im Lieferumfang enthalten sind. Active Backup kann sogar ganze Windows-PCs, VMs und Microsoft 365 Konten sichern, was in dieser Qualität im Wettbewerb einzigartig ist.

QNAP bietet mit Hybrid Backup Sync eine vergleichbare Lösung, die allerdings nicht ganz so elegant integriert ist. Beide Hersteller unterstützen die gängigen Cloud-Speicher wie Backblaze B2, AWS S3 und Microsoft Azure. Unsere Empfehlung bleibt die klassische 3-2-1-Regel: drei Kopien Ihrer Daten, auf zwei verschiedenen Medien, eine davon an einem anderen Ort.

Sicherheit und Updates

Im Bereich Sicherheit hatte QNAP in den letzten Jahren mit mehreren großen Ransomware-Vorfällen zu kämpfen. Der Hersteller hat daraus gelernt und bietet inzwischen eine Sicherheitsberatung im QTS-Interface sowie automatisierte Firmware-Updates. Dennoch: Wer ein NAS direkt ans Internet stellt, sollte bei QNAP besonders vorsichtig sein und nur die wirklich benötigten Dienste nach außen öffnen.

Synology hat in puncto Sicherheit einen leichten Vorsprung. DSM bietet Zwei-Faktor-Authentifizierung, automatische IP-Sperrung bei Fehlanmeldungen und einen integrierten Security Advisor, der das System auf bekannte Schwachstellen prüft. Außerhalb dieser eingebauten Tools empfehlen wir grundsätzlich, kein NAS direkt im Internet sichtbar zu machen und stattdessen VPN oder Reverse-Proxy-Lösungen zu nutzen.

Welches NAS für welches Szenario?

Unsere klare Empfehlung für den klassischen KMU-Einsatz lautet Synology. Die Kombination aus einfacher Administration, hervorragender Backup-Software und solider Sicherheit macht die DS923+ zur besten Allround-Lösung. Für Unternehmen, die Wert auf maximale Funktionalität, Virtualisierung und Multimedia legen und gleichzeitig ein geringeres Budget haben, ist die QNAP TS-464 eine attraktive Alternative.

Häufige Fragen

Welche Festplatten soll ich einsetzen?

Verwenden Sie ausschließlich NAS-taugliche Festplatten wie die Western Digital Red Pro oder Seagate IronWolf Pro. Normale Desktop-Festplatten sind nicht für Dauerbetrieb ausgelegt und fallen im NAS deutlich häufiger aus.

Reicht RAID-1 oder brauche ich RAID-5?

RAID ist kein Backup, sondern nur Schutz vor Festplattenausfall. Bei 2 Bays nutzen Sie RAID-1 (Spiegelung), bei 4 oder mehr Bays empfehlen wir Synology Hybrid RAID oder RAID-6. RAID-5 gilt bei großen Festplatten als riskant, da ein Rebuild mehrere Tage dauern und währenddessen weitere Fehler verursachen kann.

Wie lange wird Software-Support geliefert?

Synology garantiert typischerweise 5 bis 7 Jahre Software-Support ab Release eines Geräts. QNAP ist in dieser Frage etwas weniger transparent, liefert aber in der Praxis ähnlich lange Firmware-Updates. Rechnen Sie bei beiden Herstellern mit mindestens fünf Jahren Nutzungsdauer.

Kann ich ein NAS auch als Mailserver nutzen?

Technisch ja, praktisch raten wir davon ab. E-Mail-Hosting auf einem selbst betriebenen Server ist mit viel Aufwand bei Spam-Abwehr und DNS-Reputation verbunden. Nutzen Sie lieber einen professionellen Dienst wie Microsoft 365 oder Google Workspace und sichern Sie diesen per Active Backup auf das NAS.

Fazit

Synology und QNAP sind beide ausgereifte und zuverlässige Hersteller, die ein KMU problemlos viele Jahre begleiten können. Unsere Empfehlung für die meisten Unternehmen bleibt Synology, aufgrund der besseren Sicherheit, der hervorragenden Backup-Software und der einfacheren Administration. QNAP ist die richtige Wahl für Power-User, die mehr Funktionalität wollen und bereit sind, für diese Flexibilität auch etwas mehr Konfigurationsaufwand einzuplanen. Unabhängig vom Hersteller gilt: Investieren Sie in eine solide Backup-Strategie, denn selbst das beste NAS schützt nicht vor Diebstahl, Brand oder Ransomware.

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